
Die Beseitigung des documenta-Graffiti am ruru-Haus in einer Hau-Ruck-
Aktion ohne jede öffentliche Debatte ist ein Armutszeugnis für den Umgang
des Magistrats der Stadt Kassel mit der documenta fifteen und allen Bürger*innen,
die Offenheit und Lebendigkeit der documenta fifteen erlebt
haben, im ruru-Haus am stärksten ausgeprägt.
Das ruru-Haus war, wie kein anderes Gebäude in der Innenstadt, ein emotionaler
Bezugspunkt. Das documenta-Graffiti hätte eindrucksvoll auf den offenen
Treffpunktcharakter der dort geplanten Stadtbibliothek verweisen können und
sich hervorragend in die documenta-Meile vom Kulturbahnhof mit Jonathan
Borofskis Himmelsstürmer bis zur Spitzhacke von Claes Oldenbourg am Fulda-
ufer eingefügt. Es hätte die Erinnerung an die documenta fifteen bewahrt so wie
zahlreiche Kunstwerke an dieser Meile an frühere documenta-Ausstellungen.
Der einzigen Begründung der Stadt, wegen des Denkmalschutzes müsse das
documenta-Graffiti weichen, traut der Magistrat offenbar selber nicht. Deshalb
hat er den eigens für solche Fälle eingerichteten Denkmalbeirat nicht beteiligt,
deshalb ist er einer öffentlichen Debatte über seine Absicht ausgewichen.
Außerdem belegen viele documenta-Kunstwerke in diesem denkmalgeschützten
Bereich, dass Denkmalschutz und documenta-Kunst sich sehr wohl vereinbaren
lassen.
Offensichtlich geht es also darum, die documenta fifteen aus dem öffentlichen
Bewusstsein zu verdrängen. Das ist ein der documenta Arnold Bodes unwürdiges
Verhalten.
Aliaa Abbou Khaddour . Zaki Al Maboren . Wolfram Bremeier . Malte Crome . Hans Eichel . Lutz Freyer . Silvia Freyer . Wendelin Göbel . Stephan Haberzettl . Pascal Heußner . Bertram Hilgen . Christian Prüfer . Sylvia von Canstein